
Lioba Happel
Die Frau, die nachts zum Kiosk ging
Novelle
Umschlag: Ausschnitt aus Madonna im Grünen von Raffaello Sanzio da Urbino
ISBN 978-3-906061-37-5
Fadengeheftete Klappenbroschur
80 Seiten, 13.2 × 17.6 cm
23 Franken / 23 Euro
Oktober 2025
»Ich schicke Ihnen diesen Bericht. Sie haben von mir in der Zeitung gelesen und Sie wollten verstehen, was damals geschah, als ich nachts zum Kiosk in den Park ging, um Wasser für mein Baby zu holen.« – Wer ist diese Frau, die dann einem Unbekannten in die Nacht folgt? – Fünf Tage und Nächte verbringt Jocelyn mit ihm, kommt nicht mehr los. Sie stürzt in monströse Seelenzustände, begegnet Gewalten, die sich ihr in archetypisch anmutenden Bildern und Figuren zeigen. Sie muss sich ihnen stellen – wie auch ihrer Biografie, wie auch diesem Mann, wie auch ihrer Sexualität. »Sie sah ihm in die Augen, sie hörte ein Kind schreien, erschrak über etwas, sie vergaß es sofort wieder.« Mit der Logik der Dichtung schafft Lioba Happel in diesem Text Zugänge zu tief verborgenen Bewusstseinszuständen, die jedes Konstrukt einer geordneten Welt infrage stellen, sie findet Worte für das Unsagbare. »Ich muss hinab. Ich funktioniere nicht nach ihren Gesetzen.«
Signe Ibbeken
»Ein außergewöhnliches Buch! Bitte mehr von solcher Literatur!
Lioba Happels Novelle Die Frau, die nachts zum Kiosk ging ist ein Ereignis.
Ich habe so etwas noch nie gelesen.
Beim Lesen bin ich in Zustände hineinkatapultiert worden, etwas Unheimliches hat mich erfaßt, ein namenloses Etwas, aus großen Tiefen. Dass ein Text dazu in der Lage ist – das passiert nicht oft!
Was ich ganz großartig finde, ist, dass nichts erklärt, nichts gedeutet, nichts kommentiert wird. Man ist den unbegreiflichen Geschehnissen, den Figuren, dem Unerklärlichen ausgeliefert und muß mitgehen, ohne zu wissen, wohin, wozu, weshalb.
Manchmal habe ich fern an E. A. Poe denken müssen, auch an de Sade, oder Duras‘ die Verzückung der Lol V. Stein. Irgendein Film kam mir in den Sinn, dessen Titel ich jetzt nicht mehr erinnern kann.
Ein dunkler, abgründiger, ein intimer Text, der intensive Privatheit evoziert. Ein radikaler Text. Und einer, der sich wohltuend abhebt von diesem ganzen Geplapper, das im Moment auf dem literarischen Markt kursiert.
Nach solcher Literatur sehne ich mich immer. Und bin hier glücklich fündig geworden.
Meinen ganz herzlichen Glückwunsch und mein DANKE an die Autorin. Für dieses mutige und kompromisslose Buch.«
Bianca Döring
Die Autorin
Lioba Happel
